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Schweizerische Gesellschaft für Kulturwissenschaften (SGKW)

Kulturwissenschaften - Cultural Studies - Etudes Culturelles - Studi Culturali - Studis Culturales. Die Schweizerische Gesellschaft für Kulturwissenschaften vereinigt in ihrem mehrsprachigen Namen Begriffe, die für je eigene und sehr unterschiedliche Kulturkonzepte und Forschungstraditionen im In- und Ausland stehen. Dieser Tatsache stellt sich die SGKW bewusst. Sie ist keiner bestimmten Tradition verpflichtet, sondern sucht den Dialog mit verschiedenen kulturanalytischen, kulturwissenschaftlichen und kulturpraktischen Ansätzen, auch mit solchen aus der nichtwestlichen Welt.

Gegründet am 1. Februar 2002 in Zürich bietet die Schweizerische Gesellschaft für Kulturwissenschaften SGKW ein Forum für die Auseinandersetzung über gesellschaftlich relevante Fragen aus kulturwissenschaftlicher Sicht. Die SGKW setzt sich für kulturbezogene Wissensproduktion sowohl in- als auch ausserhalb etablierter wissenschaftlicher Fachdiskurse ein.

Die SGKW bezieht sich deshalb auf einen Kulturbegriff, der sich nicht rigide eingrenzen lässt. Inspiriert wurde die Diskussion in der SGKW von der angelsächsischen Cultural-Studies-Bewegung und von verschiedenen kulturwissenschaftlichen Traditionen der Moderne; gleichermassen erwuchs sie aus der Diagnose einer "Krise der Geisteswissenschaften". Kultur - auch als subjektiv gelebte Kultur - wird als gesellschaftlicher Prozess und als gesellschaftliche Praxis begriffen. Damit hinterfragt die SGKW traditionelle Dichotomisierungen wie high versus low culture oder Individual- versus Massenkultur. Gesellschaftliche Schicht- oder Gruppenhierarchien werden immer mit Blick auf ihre Relationalität ins Auge gefasst. So verstanden, ist Kultur auch eine - wie auch immer geartete - symbolische Ausformung gesellschaftlicher Prozesse und Spannungsfelder.

Die SGKW engagiert sich für die kritische Auseinandersetzung mit der Generierung und Verbreitung von Selbst- und Fremdbildern verschiedener gesellschaftlicher Akteure. Kulturelle Repräsentation von weniger privilegierten gesellschaftlichen Gruppen soll gefördert werden, um Wissens- und Informationsdefizite zwischen diesen Gruppen auszugleichen.

Die SGKW erachtet eine pluralistische Auseinandersetzung über gesellschaftliche Werte und politische Handlungszusammenhänge als zentral für die Entwicklung von kreativen und partizipatorischen kulturwissenschaftlichen Diskursen. Politischen Bekenntniszwang lehnt sie ab.

Die SGKW setzt sich für einen Methodenpluralismus ein, der die spezifischen fachlichen Kompetenzen der einzelnen Mitglieder und Disziplinen berücksichtigt und Konvergenzen fördert. Zur Anwendung gelangen sollen unter anderem: wissenschaftliche Methoden qualitativer und quantitativer Art, Methoden der angewandten Forschung, projektorientierte Recherchearbeiten, Dokumentationen, Methoden der künstlerischen Exploration, Methoden der angewandten Kunst u.a. Innovative und fruchtbare Methodenkombinationen werden ausdrücklich geschätzt.

Deshalb fördert die SGKW die Kooperation zwischen herkömmlicherweise anerkannten Wissenschaftsformen und künstlerischen, technisch-industriellen und weiteren gesellschaftlichen Feldern, die Wissen generieren, verhandeln und verbreiten. Vordringliches Ziel der SGKW ist folglich die Intensivierung der Interaktion der verschiedenen Disziplinen und Praxisfelder.

Um an einer möglichst vielfältigen und offenen Entwicklung kultureller Wissensproduktion und Wissensvermittlung teilzunehmen und sie aktiv voranzutreiben, vereinigt die SGKW WissenschaftlerInnen und kulturwissenschaftliche PraktikerInnen sowohl aus Universitäten und Fachhochschulen als auch aus dem Medien- und Kulturbetrieb.

Die SGKW ermöglicht Diskussionen über erkenntnistheoretische, wissenschaftshistorische und politische Fragen im Zusammenhang mit der Initiierung und Weiterentwicklung von kulturwissenschaftlicher Forschung. Diese Debatten orientieren sich an einem hohen Stand kritischer Selbstreflexion.

Die SGKW sucht den regelmässigen Austausch mit vergleichbaren kulturwissenschaftlichen Initiativen im In- und Ausland. Dadurch sollen regionale Identitäten und Potenziale sichtbar gemacht, kritisch reflektiert und miteinander vernetzt werden.

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